Mandarinen, Clementinen und verschiedene Mandarinenhybriden liegen im Handel oft nebeneinander. Verständlich: Alle sind kleine Zitrusfrüchte, lassen sich relativ leicht schälen und werden in Spalten gegessen. Trotzdem sind es nicht bloß drei Bezeichnungen für dieselbe Frucht. Abstammung, Duft, Kernzahl, Reifezeit und sogar das Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch unterscheiden sich.

Mandarine: vor allem viel Duft
Klassische Mandarinen riechen häufig besonders intensiv, haben eine dünne, lockere Schale und können mehrere Kerne enthalten. Die Form ist oft etwas abgeflacht. Sicilia Agrumi folgt im Laufe der Saison unterschiedlichen Sorten – von frühem Miyagawa über Havana bis zum späteren Marzaiolo. Schon der Begriff „Mandarine“ deckt also sehr verschiedene Früchte ab.

Clementine: süß, praktisch und meist kernarm
Clementinen gehören zur großen Gruppe der Mandarinenhybriden und sind wegen ihrer süßen, saftigen Segmente und meist wenigen Kerne beliebt. Bestäubung kann die Kernbildung jedoch beeinflussen. Sie lassen sich leicht schälen, wobei die Schale meist etwas enger anliegt als bei einer klassischen Mandarine.

Was ist eigentlich ein Mandarancio?
Das italienische Wort „Mandarancio“ wird allgemein für verschiedene Kreuzungen von Mandarine mit anderen Zitrusfrüchten, besonders Orangen, verwendet. Es bezeichnet nicht eine einzige Sorte. Viel hilfreicher ist der Sortenname: Nova stammt beispielsweise aus der Kreuzung von Orlando-Tangelo und Clementine.

Primosole, Nova und späte Sorten
Im Saisonkalender von Sicilia Agrumi eröffnet Primosole meist den Herbst, Nova folgt später, und spätere Sorten verlängern das Angebot Richtung Frühlingsbeginn. Eine kleine Zitrusfrucht im Oktober kann daher nicht identisch mit einer Lieferung im März sein: Sorte und Reifebedingungen haben gewechselt.

Kann man sie ohne Etikett erkennen?
Form und Schale geben Hinweise, aber keine absolute Sicherheit. Mandarinen sind oft flacher und besonders duftend; Clementinen eher rund und regelmäßig; viele Hybriden sind etwas größer und haben eine fester anliegende Schale. Auch Kerne sind ein Hinweis, aber keine mathematische Regel.

Welche sollte man wählen?
Wer sehr aromatische Zitrusfrüchte liebt und Kerne nicht störend findet, kann sizilianische Mandarinen probieren. Für Kinder oder die schnelle Pause sind Clementinen oft besonders praktisch. Für größere Früchte mit einer Mischung aus Mandarinenaroma und saftiger Orangenart sind Hybriden wie Nova interessant.

Die Sorte sagt mehr als der Sammelbegriff
Zitrusbotanik ist kompliziert, weil Jahrhunderte natürlicher Kreuzungen und Züchtung sehr viele Kultivare hervorgebracht haben. Für Käufer ist deshalb die Frage „Welche Sorte ist das und wann wurde sie geerntet?“ meist nützlicher als die reine Einordnung in einen Oberbegriff.


